Spritzbares Mulchmaterial aus Nachwachsenden Rohstoffen soll Beikräuter im Gemüsebau in Schach halten. (Bild: TFZ)

Spritzbares Material aus Nachwachsenden Rohstoffen im Test

Forschungs- und Innovationsprojekt "MuNaRo"

Um bei der Gemüseernte den höchstmöglichen Ertrag zu erzielen, ist es besonders wichtig, konkurrierende Beikräuter, sprich Unkraut, im Zaum zu halten. Derzeit werden zu diesem Zweck zum einen möglicherweise umwelt- und gesundheitsschädliche Herbizide, zum anderen wachstumseinschränkende Folienabdeckungen genutzt.

Die SCHMOTZER Hacktechnik GmbH & Co. KG hat gemeinsam mit der Amazonen-Werke, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen, der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) und dem Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe (TFZ) das Forschungs- und Innovationsprojekt „MuNaRo“ ins Leben gerufen.

Den Namen erhielt dieses Projekt durch das Mittel, mit welchem nun innovativ gegen das Unkraut vorgegangen werden soll: ein spritzbares, umweltschonendes Mulchmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen, welches die Wissenschaftler am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) entwickelt haben. Dieses ist biologisch abbaubar und reichert sich nicht am Boden an. Das Kraut soll so schon in der Keimung gehemmt und am Wachstum gehindert werden.

Ziel
„Ziel ist es, ein neuartiges Mulchverfahren für den Feldgemüseanbau zu entwickeln. Zunächst sollen geeignete Rezepturen für das Mulchmaterial ausgewählt werden, die iterativ hinsichtlich der beikrautunterdrückenden Wirkung, der Applizierbarkeit, der Abbaubarkeit und der Kosten optimiert werden. Beim Mulchmaterial handelt es sich um eine Zwei-Komponenten-Mischung aus erneuerbaren Rohstoffen. Die zwei Flüssigphasen werden kurz vor dem Ausbringen innig miteinander vermengt und mit einem Spritzgerät ausgebracht. Das Mulchmaterial geliert auf der Erdoberfläche und härtet nach einer vorbestimmbaren Zeitspanne aus. Durch die Abdeckung sollen Beikräuter in ihrer Keimung gehemmt und bereits gekeimte Pflanzen im Wachstum gehindert werden. Das Mulchmaterial baut sich im weiteren Verlauf biologisch ab.“ so TFZ.

Das Material soll unter anderem im Salatanbau zum Einsatz kommen. (Bild: LWG)

Das Material soll unter anderem im Salatanbau zum Einsatz kommen. (Bild: LWG)

Vorgehen
SCHMOTZER und Amazone untersuchen nun als Landtechnikspezialisten die Machbarkeit für ein Seriengerät für die entsprechende Applikation des Mulchmaterials in Gemüsekulturen.
„Das Gesamtverfahren wird in Kooperation mit Gemüsebaubetrieben optimiert und demonstriert. Die Koordinierung der Exaktversuche im Gemüsebau sowie die Bonituren erfolgen über die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen. Variiert werden die Rezeptur des Mulchmaterials, die Schichtdicke, die Kombination des Mulchverfahrens mit mechanischer Beikrautbekämpfung, die Anbaukulturverfahren sowie der Standort bzw. der Boden-Klima-Raum. Getestet wird an den Reihenkulturen Salat und Kohlrabi, an der Dammkultur Karotte sowie bei Freilandgurke und Zucchini.“ (tfz.bayern.de)

Projektdauer
Über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg wird mit verschiedenen Gemüsebaubetrieben in Unterfranken und Niederbayern das Vorgehen gemeinsam getestet und weiterentwickelt.
Gefördert wird das Vorhaben durch die Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen der Förderinitiative „Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt“.

Der Test des Materials erfolgt auch in der Kultur Einlegegurke. (Bild: Lisa Steinhuber)

Der Test des Materials erfolgt auch in der Kultur Einlegegurke. (Bild: Lisa Steinhuber)

Teilnehmende Unternehmen

Quelle und weitere Informationen: www.tfz.bayern.de.